In die Jahre gekommene Villanelle

Anita Lang für #kkl53 „souverän“




In die Jahre gekommene Villanelle


Einmal zurück, einmal nach vorne sehen.
Manchmal beschlagen sich meine Ohren.
Bin ich weiser, bin ich sentimental geworden?

Ich höre die Lieder aus der Vergangenheit.
Meine Korrekturen, meine Unzulänglichkeiten.
Einmal zurück, einmal nach vorne sehen.

Bunte Schatten, sie folgen mir.
Früher, ja einst, da konnte ich ackern wie ein Tier.
Bin ich weiser, bin ich sentimental geworden?

Was bleibt mir, was macht meine Lebenszeit aus?
Erinnerung an Fünkchen Zeit, an viele, die meine Wege kreuzten.
Einmal zurück, einmal nach vorne sehen.

Wie viele sind gegangen über die Jahre,
mir teure Menschen hab ich verloren.
Bin ich weiser, bin ich sentimental geworden?

Ich zehre und ernähre mich von Fotos, wässerigen Filmchen,
erleichtert scheinen sie nachts und geben mir flüchtiges Licht.
Einmal zurück, einmal nach vorne sehen.
Bin ich weiser, bin ich sentimental geworden?




Anita Lang, publizierte Romane, Kurzgeschichten und auch einen Kurzgeschichtenband im Selbstverlag. Mit ihren journalistischen Arbeiten möchte sie geisteswissenschaftliche Themen zur Sprache bringen.  http://annylangwriter.at 







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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

Ein Kommentar zu “In die Jahre gekommene Villanelle

  1. Das Wort Villanelle begegnete mir hier zum ersten Mal. Aus irgendeinem Grund dachte ich, es sei ein Gartengewächs. Aber nein, es ist eine Gedichtform! Und eine ausdrucksvolle noch dazu.

    Nachschlagen ist schön.

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