Ralf Rodrigues da Silva für #kkl3 „Liebe kann…“
Im Heut‘ geborgen:
Spürbar gefühlt, tief verwurzelte „im-Grund-Genommenheit“.
Verklärt bereits erwartet wartend,
Gezeitenwechsel ahnend, thront
bedroht beklomm’ne narbgesichtige Heiterkeit.
Im Morgen verborgen:
Die aufgeschäumte Gischt, gar wechselbadig eingetaucht
in gegenüberliegend überdrüssig brüchig triefendes Gefühl:
Zurückgedrängter seichter Halt wie ausgehauchtes „Aus“,
dereinst synchron verlaufend – erklärtermassen beider Ziel.
Ist das das Ende, jäh durchschritt’nen Zweifels,
der sich jetzt zum Gestern neigt?
Die Fülle unerfüllter Liebe scheint’s, –
die fast vergänglich, widerstreitend, unerbittlich Keile treibt;
im Widerschein des Morgengrau’n – ach,
sie dennoch sich befreit befragt:
Wie ewiglich verzückt verzeihend wohl an ihr,
– wie mir -, das „Ja“ der Unbedingtheit nagt …?!
Da war doch noch ein Du
Ich lebte mich,
ganz wesentlich, mein Ich
erregte laut in Stille sich:
Vergessen war die Welt; entrückt in sorglos’ Ruh
und dann warst da auf einmal Du.
Ich liebte mich,
fast inniglich, mein Herz
erfüllte Dich mehr äusserlich:
Vergessen war das Selbst; versank verzückt im Nu,
denn da war dort ein immer Du.
Ich lotste mich,
kaum willentlich, mein Bauch
erwehrte Deiner Sehnsucht sich:
Vergessen war der Halt; fortan mein Blick blieb zu,
denn da warst dort noch immer Du.
Ich labe mich,
ganz wesentlich, mein Kopf
erinnert meiner Liebe sich:
Vergessen ist die Pein; verdrängt von Seelenruh,
dort wartend auf ein immerwährend’ „Schu-bi-Du“.
Ralf Rodrigues da Silva; Basel
Als deutscher vagabundierender Immigrant zwischen Gütersloh, Berlin, Köln, Hamburg, Lüneburg und Husum bin ich in Basel vorerst seßhaft geworden. Ich habe mich auch beruflich an diverse „Hälse geschmissen“: Als Schauwerbegestalter, Werbeassistent, im Studium an der Hochschule der Künste in Berlin, als dortiger Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Texttheorie & Textgestaltung und als Student der Publizistik an der Freien Universität Berlin sowie der Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld. Kommunikation, Eventmarketing, Öffentlichkeitsarbeit wechselten mit der pädagogischen Arbeit als Berufsbildner sowie als Dozent in der Erwachsenenbildung und mit der Tätigkeit als Heimleiter und Sozialmanager. Nach der langjährigen Tätigkeit als Pflegefachmann in der Schweiz in einem Akut – Geriatriespital folgte der Wechsel in die Funktion als Wohnungsleiter von zwei basellandschaftlichen Dementen-Pflegewohnungen, die mich zurück in die Spitaltätigkeit und zur Ausbildung zum Dipl. Pflegefachmann führte…Ich bleibe sprachlich weitersuchend und nomadisch: Bleiben bleibt!
