Jutta v. Ochsenstein für #kkl5 „Endlich unendlich, unendlich endlich“.
was ist
wie alt der Fluss ist: unnachgiebig
und der Vogel: im Rhythmus
dunkel die Sehnsucht nach Meer
anderes haben wir nicht
keine Chiffren
in denen Gewissen aufgehoben
Geist eingehaucht wäre
kein Wissen in dem unser Handeln
untergehen könnte
neu erstehen hinüberwehen
vielleicht ein Fest
Knochenwerk
und manchmal
das Feuer
heute
auf dem Weg zwischen Feldern
liegt am Rand eine Feder
der Horizont zieht Kreise
aus Vogelsicht ein Wanken
auf Fundamenten
im Wind

Jutta v. Ochsenstein, geboren 1960, lebt in Schwäbisch Gmünd, Studium der Germanistik und Romanistik u.a., politische Friedensarbeit, tätig als Pädagogin und Autorin. Sie veröffentlicht Lyrik in Literatur-Zeitschriften, Anthologien und auf Lesungen, eine französische Übersetzung von Gedichten Georg Trakls im Verlag Voix d’encre (2018 + 2020) und pädagogische Fachbeiträge.
Preisträgerin des Literatur-Wettbewerbs zeilen.lauf 2013 und 2016 in Baden bei Wien, Finalistin des Lyrikwettbewerbs „100 Jahre Paul Celan“ 2020 vom INKA – Kulturmagazin Karlsruhe.
Homepage: https://juttav-ochsenstein.jimdo.com
