Martin A. Völker für #kkl6 „Zeitenwende“
Orakelverlangen der Zeit
An den Ufern des Okeanos wollen wir stehen,
die mit den Winden fliehenden Mythen sehen,
wie sie umwirbeln die alten und neuen Welten,
von Fabelwesen erzählen und trotzdem gelten.
Die Goldstaubpandemie der Kunstabenteurer,
welche uns bringt den Aufbruch der Erneuerer,
soll überflügeln den Hader und rasch beginnen,
als Prosa darf uns die Zeit nicht grau verrinnen.
Ich bin dein Homer, der blind sehende Sänger,
sei du der ewig weiche und warme Empfänger,
der alles Gehörte hegt und weiterträgt in Liebe,
auf dass Blumen durchwachsen jedes Getriebe.

Martin A. Völker, geb. 1972 in Berlin und lebend in Berlin, Studium der Kulturwissenschaft und Ästhetik mit Promotion, arbeitet als Kulturmanager und Schriftsteller in den Bereichen Essayistik, Kurzprosa und Lyrik, Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Mehr Infos via Wikipedia.
