Boris Greff für #kkl5 „Endlich unendlich, unendlich endlich“
vollendet, nicht verendet
Endlich bin ich die Unendlichkeit los:
mit der Ewigkeit ist nicht zu scherzen;
das Paradies legt seine Schwächen bloß:
in alle Ewigkeit bedeutet auch endlose Schmerzen.
Endlich bin ich die Unendlichkeit los:
man kann nicht nur im eigenen Saft gären.
Manchmal benötigt man einen Stoß,
sonst verpasst man alle anderen Sphären.
Endlich bin ich die Unendlichkeit los:
ohne Abschied gibt es keinen Neubeginn;
zu den Ufern jenseits dieser Welt lenke Dein Floß;
dann hat auch die Sterblichkeit ihren Sinn.
Boris Greff
Jg. 1973, Studium Hispanistik und Anglistik, liter. Übersetzungen u. a. für die Andere Bibliothek, Veröffentlichung von Kurzgeschichten und Gedichten in diversen Anthologien.
